Apicius der Gourmet - Leben und Werk

Ein bekannter Verschwender und Liebhaber der feinen römischen Küche

Kochen wie die Römer
Apicus der Feinschmecker

Wenn die Rede von Apicius (ca. 25 v. Chr. bis 42 n. Chr.) ist, spricht man von einem Gourmet aus der Römerzeit, der ein Liebhaber der feinen und raffinierten Küche war. Für Senatoren, Kaiser und reiche Politiker richtete er Gastmähler aus und wurde über seine Lebzeit hinaus bekannt. Er war ein Zeitgenosse des berühmten Kaisers Tiberius (Stiefsohn und Nachfolger des großen Kaisers Augustus). Sein Name wurde in späterer Zeit zu einem Synonym für Feinschmecker und Meisterköche. Die Leidenschaft für eine gute und ausgefallene Küche war sehr stark ausgeprägt in der damaligen römischen Upperclass Gesellschaft. Apicius' Rezpete und Ideen waren somit für die Küche der römische Elite gedacht. Die Art und Weise wie er seine Speisen zubereitete und wie er Lebensmittel behandelte, war jedoch für alle Schichten der römischen Gesellschaft interessant. Bis heute hat nichts davon an Faszination verloren.

 

Das römische Kochbuch De re coquinaria

Im 4. Jh. n. Chr. erschien eine Sammlung von Rezepten und Haushalttipps in 10 Büchern (De re coquinaria). Veröffentlicht wurde das Buch von einem Marcus Gavius Apicius. Allerdings kann angenommen werden, dass besagter Apicius zwar für den größten Teil des überlieferten Kochbuchs verantwortlich ist, jedoch mit dem eigentlichen Verleger und Verfasser des Kochbuches nicht authentisch ist. 

 

Marcus Gavius Apicius

Über das Leben des Apicius gibt es nur wenige zeitgenössiche Informationen. Bei Plinius wird er als ein Mann beschrieben, der "von Geburt an zu jeder Art der Prasserei befähigt war" (Plin. nat. hist. 9,66). Ebenso beschreibt Plinius ihn als "größten Verschwender und Prasser" (Plin.nat.hist. 10,133). Er soll jedoch der Urheber der Idee sein, Tiere vor dem Schlachten auf bestimmte Weise zu mästen, um die Qualität des Fleisches zu verbessern. Beispielsweise war er ein großer Befürworter davon, Schweine mit getrockneten Feigen zu mästen und ihnen kurz vor dem Schlachten Mulsum (Wein) zu trinken zu geben, um den Geschmack der Leber zu beeinflussen. Die Wortschöpfung für dieses Verfahren ("ficatum") findet sich noch heute in allen romanischen Sprachen wieder. Als Feinschmecker hat Apicius üppige Gastmähler veranstaltet, um seine Kochkünste der Elite unter Beweis zu stellen. Er war ein Vertreter der damaligen römischen "haute cuisine". Er dachte sich raffinierte Speisen und deren ausgefallenen Zubereitung aus. Der Geschmack der Flamingozunge wurde von ihm besonders gelobt, allerdings für das in Mode gekommene Gemüse Brokkoli (Cyma) konnte sich Apicius nicht begeistern. 

 

Bei Seneca in dem Werk De consolatione ist von seinem Lebensstil und seinem spektakulärem Selbstmord die Rede:

 

"Apicius, (...) die Wissenschaft der Kochkunst zum Beruf gemacht und unser Zeitalter mit seiner Lehre angesteckt hat! Dessen Ende zu kennen lohnt sich. Als er 100 Millionen Sesterzen für die Küche aufgewandt hat, als er so viele Geschenke der Kaiser und die ungeheure Steuer des Kapitols in einzelnen Gelagen verpraßt hatte, da erst zog er, von Schulden gedrückt, notgedrungen Bilanz; er rechnte aus, dass ihm 10 Millionen Sesterzen übrigbleiben würden, und, als ob er in ärgstem Hunger leben müsste, wenn er mit 10 Millionen Sesterzen lebte, beendete er sein Leben mit Gift."

 

Verfasserin: Christine Schauerte, M.A.